- Mach dir immer wieder von neuem klar, daß du die Tatsache hinnehmen
mußt, nur die
Wahl zwischen zwei Möglichkeiten zu haben : Entweder völlig
betrunken und tot un -
glücklich zu sein, oder eben gerade ohne dieses kleine Glas Alkohol
auszukommen.
- Sei zutiefst dankbar, daß du das große Glück gehabt
hast, herauszufinden, was mit dir los
ist ...... ehe es zu spät war.
- Sei darauf gefaßt, daß du - da es natürlich und
unvermeidlich ist - über eine gewisse
Zeitspanne hinweg ( und die kann recht lange dauern ) immer wieder neu
überwinden
mußt :
a. ) die Dir qualvoll bewußte Begierde nach Alkohol,
b. ) den plötzlich unwiederstehlichen Wunsch nach - nur einem einzigen
Glas
c. ) das heftige Verlangen nicht unbedingt nach dem Alkohol selbst,
sondern nach der
sanften, beruhigten Wärme und inneren Glut, die dich nach einem
oder zwei Gläschen
erfüllt.
- Denke daran, daß du die Perioden, da du kein Verlangen nach
Alkohol hast, nützen mußt,
um deine Abwehrkräfte zu stärken - damit du eben nicht trinkst,
wenn dich die
Versuchung überfällt.
- Entwirf und erprobe einen täglichen Plan für dein Denken
und Handeln, durch den du
die heutigen 24 Stunden ohne zu trinken leben kannst - gleichgültig,
was dich aus der
Fassung bringen oder wie stark das Verlangen sein mag.
- Erlaube dir auch nicht für den Bruchteil einer Sekunde zu denken
: " Ist es nicht eine
Schande und schreiende Ungerechtigkeit, daß gerade ich nicht trinken
kann wie die
anderen sogenannten normalen Menschen. "
- Gestatte dir auf keinen Fall, über das tatsächliche oder
vielleicht auch nur eingebildete
Vergnügen zu sprechen oder nachzudenken, das du früher beim
Trinken empfunden hast.
- Verbiete dir zu denken, daß ein oder zwei Glas Alkohol irgendeine
schlechte Lage
verbessern oder wenigstens erleichtern könnten. Denke stattdessen
: " Ein Glas wird
nur noch alles schlechter machen, denn ein Glas bedeutet Betrunkensein.
"
- Bagatelliere deine Lage. Stell dir vor, wie glücklich ein Blinder
oder irgendein anderer
schwer benachteiligter Mensch sein würde, wenn er sein Problem
durch nur ein Glas
Alkohol, das er heute nicht trinkt, lösen könnte.
- Trachte danach, zufrieden nüchtern zu werden, indem du dir klarmachst
:
a. ) Wie gut es tut, dich nicht mehr schämen, gedemütigt fühlen
und selbst verdammen
zu müssen.
b. ) Wie gut es tut, keine Angst mehr haben zu müssen vor den Folgen
einer geraden
beendeten Trink - Periode oder einer kommenden, der du bisher noch niemals
entgehen
konntest.
c. ) Wie gut es tut, nicht mehr daran denken zu müssen, was die
Leute wohl von dir
denken und über dich tuscheln mögen, oder ihre mit Mitleid
vermischte Verachtung
ertragen zu müssen.
- Halte dir immer von neuem die positiven Folgen deiner Nüchternheit
vor Augen, wie
zum Beispiel :
a. ) Daß du fähig bist, wieder normal zu Essen und zu Schlafen,
dich beim Aufwachen
darüber zu freuen, daß dulebst, daß du gestern nüchtern
warst und das Vorrecht hast,
heute nüchtern bleiben zu dürfen.
b. ) Daß du fähig bist, allein, was das Leben dir bringt,
mit Gelassenheit und
Selbstachtung und im Vollbesitz all deiner geistigen Kräfte zu
begegnen.
- Bemühe dich um hilfreiche Gedankenverbindungen :
a. ) Betrachte ein Glas Alkohol als einzige Ursache all des Elends,
all der Schmach und
der Demütigungen, die du jemals durchgemacht hast.
b. ) Betrachte ein Glas Alkohol als die einzige Möglichkeit, durch
die dein Glück wieder
zerstört und dir deine Selbstachtung sowie dein innerer Friede
wieder geraubt werden
kann.
- Erziehe dich zur Dankbarkeit :
a. ) dankbar dafür, daß du für so wenig so viel bekommst.
b. ) dankbar dafür, daß du nur für das Nichttrinken
eines einzigen Glases Alkohol so viel
Glück einhandeln kannst.
c. ) dankbar dafür, daß es Selbsthilfegruppen gibt, und daß
du den Weg zu einer
gefunden hast, ehe es zu spät war.
d. ) dankbar dafür, daß du nur alkoholkrank bist und nicht
ein unmoralischer und
verkommener Schwächling, ein dem Laster Verfallener oder gar Schwachsinniger
bist.
e. ) dankbar dafür, daß du - das andere es geschafft haben
- es auch so weit bringen
kannst, den Alkohol weder zu brauchen noch zu entbehren, daß du
ohne ihn auskommen
kannst.
- Bemühe dich, anderen zu helfen, und denke immer daran, daß
du anderen am besten
dadurch hilfst, daß du selbst nüchtern bleibst.
- Und vergiß nie :
Wenn dir das Herz schwer ist und deine Wiederstandskraft erlahmt und
Unruhe dich
quält, dann findest du Trost und Beistand bei einem wahren Freund.
- Diesen Freund findest du in Selbsthilfegruppen
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